ORGELBAU MICHEL
Elektronische Kirchen- und Konzertorgeln



Wissenswertes über elektronische Orgeln und das Interdigitalsystem

Sie werden sich schon oft über den andersartigen Klang vieler elektronischer Orgeln gewundert haben. Meist wird dies laienhaft auf die Elektronik zurückgeführt; völlig zu Unrecht, denn dann müßte die Elektronik auch die Wiedergabe einer Schallplatte,CD oder eines Tonbandes merklich verfälschen. Wenn es aber nicht an der Elektronik liegt, woran dann?

Die beiden wichtigsten Ursachen sind der Mangel an Individualität der Einzelstimmen und die fast ausschließlich multiplikative Klangsynthese bei der Abstrahlung.

Betreffend der Individualität der Einzelstimmen ist es leicht zu verstehen, daß die Klangfülle von z.B. 20 Geigern nicht durch die Verstärkung des Klanges eines Geigers auf die 20-fache Lautstärke realisiert werden kann, denn die Klangfülle lebt ja von den winzigen Abweichungen der Tonhöhe und des Klanges der Einzelinstrumente. Das Fehlen solcher durch die Individualität der Einzelstimmen hervorgerufenen Abweichungen bedingt nicht nur einen "sterilen" Klang, sondern ist sogar schädlich für das Gehör, da wenige, laute Töne wenige Gehörnerven stark belasten, gegenüber dem Normalfall, bei dem viele schwache Töne auf viele Gehörnerven verteilt sind. Oft werden zur Milderung dieses Effektes ein leichtes Vibrato oder zwei gegeneinander verstimmte Generatoren eingebaut; dies reicht jedoch bei weitem nicht aus und die gleichmäßige Verstimmung ist erkennbar und somit für das klassische Repertoire ungeeignet.



Das Interdigitalsystem und seine Vorteile

Das eigentliche Kennzeichen des Interdigitalsystems besteht darin, daß trotz digitaler Verkettung Individualstimmen gebildet werden, die in jedem Halbton Schwebungskonfigurationen bilden, wobei diese Schwebungskonfiguration bei jedem Halbton unterschiedlich ist.

Die Klangabstrahlung erfolgt i.d.R. über einen Kanal je Register. Im Gegensatz zu einer einkanaligen Abstrahlung, wo durch die multiplikative Klangmischung Verstärkerleistungen bis 200 Watt benötigt werden, beträgt die Leistung unserer Kanalverstärker max. 10 Watt.

Durch diese beiden Maßnahmen ergibt sich eine solche Vielfalt an unterschiedlichen Schwebungen und damit auch eine solche Klangfülle, daß man unsere KANTATA IT/9/36 (vgl. >Prospekt >Kantata IT) mit 9 Individualitäten/Halbton und 36 Abstrahlkanälen im Plenum so laut spielen kann, daß eine Verständigung auch mit lauter Stimme nicht mehr möglich ist und das Klangbild trotzdem noch als angenehm empfunden wird.

In unserem Handwerksbetrieb werden neben den im Prospekt (...anfordern unter
kwoe@kwoe-musik.de oder unter Tel. 08801-659) enthaltenen Instrumenten auch Orgeln nach Kundenwünschen gefertigt. Unser Baukastensystem erlaubt sehr viele unterschiedliche Zusammenstellungen ohne Preiserhöhung. Der Aufbau in Steckkarten (vgl. >Prospekt >Innenleben) ermöglicht in vielen Fällen einen Kundendienst per Distanz. Die ausschließliche Verwendung "normaler" (handelsüblicher) elektronischer Bauteile (keine Spezialteile!) und der einfache und übersichtliche Aufbau (ähnlich dem einer Tonkanzellenorgel) sowie die jeder Orgel beiliegenden, leicht verständlichen Unterlagen garantieren eine Sicherheit über Jahrzehnte.



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